Wie eröffne ich eine Prostitutionsstätte?

Gründung eines Bordells, Studios, Massagesalons, ….. alles was man wissen muss

Es klingt einfach, ein Bordell zu eröffnen: Räume anmieten, Anzeige schalten, und schon fliegt einem der Geldsegen ins Haus. Jede Frittenbude hat es da angeblich schwerer.

Die Realität sieht anders aus.

Egal ob Dominastudio, Massagesalon, oder klassischer Puff, das Unterfangen will wohl überlegt und besonnen kalkuliert sein.
Neben den rechtlichen Hürden des Prostitutiertenschutzgesetzes macht vor allem das Stigma der Prostitution zukünftigen Betreibenden das Leben schwer.
Kaum ein Immobilienbesitzer möchte Rotlicht im Haus haben und die städtebaulichen Anforderungen sind ein Buch mit sieben Siegeln.
Zirkulierende Gerüchte über die baulichen Vorraussetzungen zur Konzessionierung machen das Unterfangen nicht leichter.

Wie ist es wirklich? Welche Unterlagen braucht man, wie müssen die Räume ausgestaltet sein? Welches Betriebskonzept erfüllt einerseits die Auflagen des ProstSchG und sorgt andererseits für einen ethisch vorbildlichen Arbeitsraum, den Sexarbeitende gerne nutzen?

Dieser Kurs bereitet auf die Gründung und Führung einer Betriebsstätte vor. Von der ersten Idee bis zum fertigen Betriebskonzept werden die Fallstricke und Herausforderungen der Planung und Umsetzung aufgezeigt. Neben der Vermittlung von rechtlichen und fachlichen Grundlagen wird der Schwerpunkt auch auf eine zukunftsträchtige Firmenphilosophie gelegt.

Die beiden Kursleiterinnen Velvet Steel und Johanna Weber möchten Mut machen, den Schritt in die selbständige Geschäftsführung zu wagen. Mit insgesamt über 30 Jahren Rotlichterfahrung betreiben sie seit 2015 gemeinsam ihr eigenes Bizarrstudio in Berlin. Sie beweisen, dass sich Gewinnorientierung und gute Arbeitsbedingungen nicht ausschließen, sondern ergänzen.

INHALTE:

Freitag von 14:00 bis 19:00 Uhr

Kennenlernen:

  • Vorstellung – Vorstellungsrunde
  • Erwartungen und Wünsche
  • Studioführung

Recht I – Was muss, was darf, was nicht?

  • ProstG
  • ProstSchG
  • InfektionsSchG versus Gesundheitsberatug
  • Menschenhandel/bes. Schutz unter 21 Jahre
  • Kontrolle + Razzien / Umgang mit Kontrollbehörden
  • Datenschutz/Hurenausweise

Philosophie – Ethisches Arbeiten

  • Firmenphilosophie
  • Verschiedene Konzepte
  • Puff als Serviceunternehmen
  • Haltung als Betreiber*in
  • übliche Strukturen/neue Wege

Betriebskonzept I

  • Grunddaten für das eigene Konzept

Samstag, 11:00 – 20:30 Uhr

Betriebskonzept II

  • Vorstellung der eigenen Konzepte und Diskussion
  • Wichtige Punkte für das Behörden-Konzept laut ProstSchG

Immobilie Raumsuche – Raumkonzept

  • Mitbewerberanalyse
  • Wie finde ich eine Immobilie?
  • Betriebsübernahme/Abstandzahungen
  • Arbeiten in Wohnungen

Recht II – Immobilien – Sperrbezirke

  • Gewerberecht
  • Baurecht
  • Stadplanungsrecht
  • Sperrgebietsverordnungen
  • Konzessionierung nach ProstSchG

Businessplan

  • Wie mache ich einen Businessplan? – Investition & Kalkulation
  • Preisgestaltung
  • Erstellen eines eigenen Businessplans
  • Umsatzvorausschau
  • Businessplan über 5 Jahre

Sonntag, 11:00 – 17:00 Uhr

Team – Teambuildung, Teamführung

  • Abrechnung/Mietkonzept
  • Wo kriege ich Leute her?
  • Umgang mit Mietenden
  • Mietverträge
  • Auswahlkriterien
  • Scheinselbständigkeit

Buchhaltung – Versicherungen

  • Steuern allgemein
  • Sondersteuern:
    a)Düsseldorfer Modell
    b)Vergnügungssteuer
    Tipps zur Buchführung (kein Buchführungskurs, keine Steuerberatung)

Marketing – Werbung/Budget

  • Ruf meines Bordells
  • Freierforen
  • Kooperation & Networking
  • Branding
  • Jugendschutz
  • Webauftritt

Arbeitsorganisation – Eigene Arbeitsleistung

  • Tagesplanung
  • Arbeitsvolumen
  • Urlaubs-, Krankeitsvertretung

Alltagstipps – Einkaufstipps

  • Grundausstattung
  • To Do/Check Listen
  • Umgang mit Nachbarn
  • Hygiene

MITZUBRINGEN:

  • Schreibezug
  • Computer oder Tablet für Tabellenkalkulation
  • wenn vorhanden: Unterlagen und Texte zur Betriebsbeschreibung

GEEIGENT FÜR:

  • Sexarbeiter_innen, die gerne einen eigenen “Laden” aufmachen wollen, sich aber nicht so recht trauen
  • alle, die eine Prostitutionsstätte eröffnen wollen
  • Betreibende, die ihr Konzept ändern wollen